Jetzt auch Xing: Miniapplikationen wie bei Facebook Drucken E-Mail

icon-tb.jpg23. Juli 09. Jetzt gibt es sie auch auf Xing: Virale, leicht anwendbare Miniapplikationen, im Marketingjargon gerne Gadgets oder Apps genannt. Was bei Facebook schon millionenfach funktioniert, gibt's jetzt also auch in Deutschlands größtem sozialen Business Netzwerk. Aber welche Überlegungen stehen dahinter?

 

 

Wir finden Xing cool. Irgendwie verschwimmen private und geschäftliche Themen hier weniger als bei vielen anderen sozialen Netzwerken und aus b2b-Sicht haben die Kontakte und Informationen vielfach größeren Wert.  Vor allem im direkten Vergleich fällt auf, wie rasant auf Facebook der Bereich der interaktiven Miniapplikationen ('Social Applications') gewachsen ist. So ist die Facebook Developer Community inzwischen über 650.000 einzelne Entwickler stark.

 

So mancher fragt sich, was es mit den kleinen Programmen auf sich hat. Die sogenannten Gadgets oder Apps ermöglichen es, mit Menschen in ihrer individuell bevorzugten Umgebung (z.B. Social Network, iPhone, Blackberry, Desktop...) zu kommunizieren, zu spielen oder gezielt zu interagieren. Die gegenwärtig erfolgreichsten Beispiele sind iPhone und Facebook Apps. Dem Hersteller oder Werbetreibenden dienen die Apps natürlich v.a. kommerziellen Zwecken. Die Vorteile liegen auf der Hand:

 

  • Permanente Platzierung Ihrer Marke in der vertrauten Umgebung Ihrer Zielgruppe
  • Interaktiver Kommunikationskanal
  • Plattform für neue und innovative Geschäftsmodelle
  • Mehr Reichweite
  • Promotion Ihrer Marke

 

 6002307908675_1_b75d56cd.jpg

Man fragte sich jedoch auch, welchen tatsächlichen Wert die spielerischen Anwendungen jenseits der Privatssphäre haben sollen. Will ich von meinen Geschäftspartnern wissen, in welche Städte sie schon gereist sind, welche Eiscremesorte am besten zu ihnen passt oder welche Rolle sie in einer Mafia Fehde spielen würden? Von den Hunderten Facebook-Anwendungen, die mir wohlmeinende Freunde zusendeten, habe ich gerade mal 2 Anwendungen tatsächlich aktiviert.

 

 

Xing geht die Sache klugerweise etwas businessrelevanter an. Vielleicht auch etwas deutscher. Statt Spiele von Playfish (über Facebook wird es immerhin ca. 10 Mio mal am Tag gespielt) finden wir im Bereich "Applikationen" bei Xing Meetingtools, Mind Mapping Anwendungen, Terminvereinbarungsplattformen oder einfach Projektmanagement-werkzeuge. Alles konsequent für den beruflichen Alltag ausgewählt. Manche Hersteller schicken taktische oder abgespeckte Versionen ins Rennen um den einmal erreichten Anwender dann zum Upgrade auf die Vollversion zu verführen.

 

Damit kommen wir schon zum nächsten strategischen Grund, warum manche Zeit und Geld in die Entwicklung kleiner Tools investieren. Man kauft sich Neukundenkontakte. In nahezu allen Applikationen, auch auf Xing, wird der geneigte Anwender an der einen oder anderen Stelle dazu aufgefordert, der Applikation Zugriff auf seine eigenen oder die Kontaktdaten der mit ihm Vernetzten einzuräumen. Damit schließt sich der Kreislauf: jetzt kann ein Unternehmen über seine Facebook- oder Xing-Applikation eine gigantische Zielgruppe adressieren.

 

Leicht ist es dennoch nicht: damit sich der Entwicklungsaufwand lohnt, sollten aus den Nutzern irgendwann auch Käufer werden. Es braucht also Konvertierungsspezialisten und eine clevere Tool- oder Spielidee die Hunger nach mehr macht. Und die man sofort ohne Handbuch oder Tutorials bedienen kann.

 

Auch hier wird sich die Spreu vom Weizen trennen: wer den Anwendern wirklich Nutzen bietet, kann sich aus Xing- oder Facebook Apps echtes Neukundengeschäft erwarten. Ein Glück für uns.

 

Autor: Mark Muschelknautz

 

 

© 2008 - 2009 by LeadPeople